Günter Nevermann (5.11.1933 - 16.12.1942)
Wohnhaft: Poeler Straße 102

Günter Nevermann wurde am 5.11.1933 in Wismar geboren. In seinem zweiten Lebensjahr wurde die "Littlesche-Krankheit" bei ihm diagnostiziert - heute unter dem Begriff Spastiker geläufig.

Diese Krankheit bereitete Günter Nevermann starke Krampfzustände. Daraufhin wurde Günter Nevermann am 16.08.1937 in das Elisabethheim in Rostock aufgenommen. Der Arzt prognostizierte einen Monat vor Antritt der Behandlung eine Behandlungsdauer von voraussichtlich 2 - 3 Wochen.

Am 13.09.1937 erfolgte eine geplante Hüftoperation mit mehreren Nachbehandlungen. Der Befund des Arztes am 5.07.1939 beschrieb eine stark rundrückige Sitzhaltung sowie einen schwachen Eindruck des Jungen.
Die Mutter von Günter wollte jedoch trotz der Empfehlung ihr Kind nicht in die Pflegeanstalt Sachsenberg Schwerin einliefern lassen.

Am 16.07.1940 erfolgte die Wiederaufnahme in die Orthopädische Klinik in Rostock. Nach einer Einweisung in die Pflegeanstalt Sachsenberg/Lewenberg im September 1942 erwirkte die Mutter noch einmal die Rückkehr ihres Sohnes nach Wismar. Jedoch musste sie ihn am 19.10.1942 zwangsweise nach Schwerin zurückbringen. Von der Klinik wurde bestätigt, dass Günter gut untergebracht sei und in seinen Fähigkeiten geschult werde.

Im Dezember 1942 erhielten die Eltern die Nachricht, dass Günter am 16. des Monats verstorben sei. Kranke Kinder wurden zu dieser Zeit in der Fachabteilung Schwerin-Lewenberg durch Spritzen, Medikamente und durch Kälteschocks getötet. Günter Nevermann wurde nur 9 Jahre alt.