Ernst Scheel ( 16.6.1872 - 4.7.1944)
Wohnhaft: Böttcherstraße 4

Ernst Scheel wurde am 16. Juni 1872 in Loppin geboren. Er zog um nach Wismar, ging dort zu Schule und nahm im Anschluss eine Lehre als Schlosser auf.

Sein Wunsch war es, Seefahrer zu werden und so ging er ohne Kenntnis seiner Eltern nach Hamburg. Er fuhr einige Jahre zur See und durch die Tätigkeit als Reiseführer hatte er gute Sprach- und Länderkenntnisse.
Auf seinen Reisen durch viele Kontinente lernte er das Leid der Menschen kennen und schrieb sowohl realistische Reiseschilderungen als auch Bücher, z.B. "Reiseerinnerung eines Arbeiters : Leben im Orient" und "Weiße Sklaven im 20. Jahrhundert (Erlebnisse zweier deutscher Auswanderer)".

Als Ernst Scheel nach dem ersten Weltkrieg nach Deutschland ausgewiesen wurde und nach Wismar zurückkehrte, ging er seinem Beruf als Schlosser weiter nach. In Wismar wurde er Mitglied der KPD und unterstützte seine Genossen im Kampf gegen die Kapp-Putschisten.

1926 zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Rot Frontkämpferbundes und wirkte beim Bau einer Schalmeienkapelle mit, die er finanziell unterstütze. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 ging er gegen die Machenschaften der NSDAP vor und wurde mehrmals verhaftet. Zuletzt wohnte er in der Böttcherstr. 4 und wurde von dort aus ins KZ Sachsenhausen eingeliefert und am 15. November 1942 ins KZ Dachau gebracht, wo er im Alter von 72 Jahren am 4. Juli 1944 verstarb.