Gunter Demnig:
Der Künstler Gunter Demnig (1947 in Berlin geboren) erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing
ins Trottoir einlässt.
Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung
an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE...
Ein Stein.
Ein Name.
Ein Mensch.
Der Entwurf zum Projekt STOLPERSTEINE entstand 1993.
Erste STOLPERSTEINE wurden 1997 in Berlin-Kreuzberg - nicht genehmigt, später legalisiert - verlegt.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bisher STOLPERSTEINE in Bergen, Binz, Garz/Rügen, Greifswald, Lübtheen, Parchim, Pasewalk, Sassnitz, Schwerin und Stralsund.
Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen.
Das Projekt des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums:
Vor etwa eineinhalb Jahren stand eine ältere Dame im Gerhart-Hauptmann-Gymnasium (GHG): Lilo Schumann suchte Mitstreiter für das Projekt STOLPERSTEINE. Sie traf mit Geschichtslehrer Frank Reichelt zusammen und stellte das Projekt in der damaligen 11 b des GHGs vor.
Die Schüler waren schnell von dem Projekt begeistert. Sie organisierten einen Wandertag nach Schwerin und machten sich mit der Arbeit vertraut, einige sahen zum ersten Mal STOLPERSTEINE. Im September fuhr die Klasse nach Auschwitz zur Studienfahrt, sah Birkenau, das Judenviertel in Krakau und traf Zeitzeugen.
Mehrere Schüler meldeten sich für die Projektgruppe an, klassenübergreifend arbeiteten dann 15 Schüler mit. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiteten in ihrer Freizeit, neben
der schulischen Belastung, an der Erforschung der Schicksale von Opfern der Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945.
Über 20 Namen fanden die Jugendlichen, deren Schicksale es zu untersuchen galt. Gerd Giese, Leiter des Stadtarchivs Wismar und Falk Bersch, Heimatforscher aus Gägelow unterstützten die Schüler.
Lilo Schumann und Frank Reichelt nahmen mit Gunter Demnig Kontakt in Schwerin auf, das Projekt nahm Kontur an. In Wismar fand die Projektgruppe hilfreich Unterstützung: Stadtverwaltung, Netzwerk für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit und viele Helfer gehören dazu.
Im Sommer 2009 bestanden die meisten Schüler
der Projektgruppe erfolgreich ihr Abitur und verließen zum größten Teil Wismar. Nun wurden neue Mitstreiter gesucht und auch
an der Großen Stadtschule und im TIKO gefunden. Das Projekt geht also weiter.
Wenn Sie mehr über die Opfer erfahren wollen, dann finden Sie HIER eine Übersicht.