Bertha Heinsius (02.01.1889 - 18.07.1941)
Wohnhaft: Poelerstraße 59

Die Hausfrau Bertha Heinsius lebte mit ihrer Familie in der Poeler Straße. Sie schloss sich 1927 den Zeugen Jehovas an und wurde von den Nazis, die die Glaubensgemeinschaft kurz nach der Machtübernahme verboten hatten, im Jahr 1937 zu neun Monaten Gefängnishaft verurteilt. Man hatte ihr vorgeworfen, mit einem Mitgläubigen über biblische Themen gesprochen zu haben.

Im Gefängnis Dreibergen-Bützow brach bei ihr eine Krankheit aus, die der Anstaltsarzt zunächst nicht erkannte. So wurde Bertha Heinsius gefesselt in eine Arrestzelle gesperrt. Erst im Oktober 1937 brachte man die schwerkranke Frau in die Heil- und Pflegeanstalt Gehlsheim und schließlich nach Schwerin Sachsenberg.

Im Zuge des so genannten Euthanasieprogramms wurde Bertha Heinsius am 18. Juli 1941 von Schwerin nach Bernburg transportiert und dort vergast.